Wienergassenblues 2013

5. Brucker Bluesfestival powered by WINWIN – ein Rückblick

28.+29.6.2013 – zwei Tage lang beste Stimmung, gutes Wetter, ausgezeichnete Bands, eine schöne und unfallfreie Harley- und Bikerausfahrt. Bluesherz, was willst Du mehr.

Die Bluesfriends Bruck rund um Wolfgang Stinauer und Thomas Bauerorganisierten jetzt zum 5. Mal das zwischenzeitlich über Österreichs Grenzen hinaus bekannte Bluesfestival, den „Wienergassen-Blues“.

Unterstützt von den zahlreichen Sponsoren, allen voran WINWIN, einem Unternehmen der Casion-Austria-Gruppe, welche einmal mehr als großer Förderer der heimischen Kulturlandschaft in Erscheinung trat, der Stadtgemeinde Bruck und vor allem einem engagierten Team der Bluesfriends Bruck. Ganz besonders hilfreich auch das Mitwirken des Rotary-Clubs Bruck-Neusiedl bei der Tombola und des Pachfurther Bikerclubs Mohawk MC beim Auf- und Abbau, als Security und als Sicherheitsteam bei der Bikerausfahrt.

Den musikalisch gelungenen Anfang machten die Jüngsten, die Anton Stadler Allstars vor den Brucker Blueshaudegen Riding Notes reloaded mit den blendend disponierten Gastgitarristen Bruno Moebius und Lukas Schildberger, danach die stimmgewaltige Susanne Plahl mit spielfreudiger Band und als Abschluss am Freitag, druckvoll und sehr rockig, die Bottles. Den Samstag eröffneten das Bruno Moebius Blues Project.”Slowhand” Bruno Moebius wurde gitarrenmäßig hierbei von dem gut gelaunt aufspielenden Markus Stinauer unterstützt. Charismatisches Auftreten, akustische Gitarre, eine ausdrucksstarke Stimme und gute Songs – Hank Davison begeisterte das Publikum. Leidenschaft, Humor, excellentes Gitarrenspiel und einer gefühlvoller Stimme- das war danach „Sir“ Oliver Mally. Den würdigen Abschluss am Samstag setzte Meena Cryle & The Chris Fillmore Band mit einem Hörgenuss vom Feinsten

Unter dem wirklich zahlreich erschienen Besuchern aus allen Teilen Österreichs konnten auch so manche Gäste aus Deutschland und Ungarn angetroffen werden, die extra zum Brucker Bluesfestival angereist waren. So konnten auch die Nächtigungszahlen am Blueswochenende in Bruck deutlich angehoben werden. Vor allem ein Journalistenteam aus dem Ruhrpott machte sowohl im Vorfeld als auch mit einem schönen Konzertbericht wirklich positive Stimmung für Bruck und den „Wienergassen-Blues“. (nachzulesen auf www.revier-mucke.de)

Vielen Dank auch an unsere Freunde von www.okitalk.com, die den Wienergassenblues (am Freitag audio, am Samstag audio und video) ins “WorldWideWeb” übertragen haben. Folgende Länder waren online beim 5. Brucker Bluesfestival mit dabei: Ungarn, Montenegro, Indien, Peru, Indonesien, Brasilien, Bulgarien, Irland, Serbien, Finnland, Ägypten, Ukraine, Holland, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Griechenland, England, Portugal, Schweiz, Türkei, Polen, Deutschland, Kanada, USA, Italien………….(Wolfgang Stinauer)

 


 

Blues made in Austria 5. Brucker Bluesfestival 2013-06-28./29.

Geschrieben von: Peter Altenkirch / www.reviermucke.de
Wie bereits im Vorfeld berichtet, hatten wir das große Vergnügen, das 5. Brucker Bluesfestival oder auch Wienergassen-Blues genannt, livehaftig mit erleben zu dürfen. Die Bluesfriends Bruck rund um Wolfgang Stinauer und Thomas Bauer organisierten jetzt zum 5. Mal das zwischenzeitlich über Österreichs Grenzen hinaus bekannte Bluesfestival. Obwohl Anfragen vieler Blueskünstler aus Kalifornien bis Schweden vorlagen, konzentrierten sich die Brucker Bluesfreunde mit nicht unwesentlicher Unterstützung von WINWIN, einem Unternehmen der Casino-Austria-Gruppe, auf die Förderung der heimischen Blueskulturlandschaft.
Gestartet wurde am Freitag, den 28.06. um 18.30 mit der Anton Stadler All Star Band im romantischen Barockgarten des Gasthaus zur Linde. Zu dieser “frühen” Stunde hatten sich schon einige hundert gutgelaunte Bluesliebhaber voller Vorfreude ob der kommenden Ereignisse eingefunden. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Sonne strahlte, das angebotene Catering fand guten Zuspruch und gegen evtl. Mückenangriffe lagen Verteidigungsmittel bereit. Wer den Film School of Rock kennt fühlte sich beim Auftritt der Anton Stadler All Star Band  unwirklich an diesen Streifen erinnert. Wie  Jack Black im Film hat  Claudius Jelinek, seines Zeichens Musiklehrer der  Stadler Musikschule Bruck, aus verschiedensten Klassen diese All Star Band , Alter zwischen 10 und 20 Jahre, die einige Klassiker der Blues und Rockgeschichte vortragen durften, zusammengestellt. Sehr sympathisch und ein gelungener Auftritt, der wie im Film nicht nur von seiten der Angehörigen großen Zuspruch erhielt.
Nach einer kurzen Umbauphase enterte die Sextett Formation Riding Notes die Bühne. Die Jungs machten richtig Dampf. Gut gelaunt und mit großer Wucht haute die Band verschiedenste Rock und Bluesklassiker raus. Bemerkenswert die tolle Gitarrenarbeit der Herren Moebius und Schildberger an ihren 6saitigen Arbeitsgerät. Das Keyboard von Gerald Straus ( ja, dieser Herr wird nur mit einem S geschrieben) brachte die nötige Tiefe und  viel  Bewegung in die Songs. Die Gesangseinlagen von Herrn Straus waren, ebenso wie die  Leistung  des engagiert vortragenden  Leadsängers Daniel Hejda  a la bonheur, wobei jedoch Joker von der Steve Miller Band in Mundart gesungen doch recht gewöhnungsbedürftig war.
Als sich die Abenddämmerung langsam über den Bluesgarten ausbreitete spielte Susanne Plahl & The Lightning Rod auf. Gleich zu Beginn ließen die einleitenden kreativen Takte der Band aufhorchen und vermuten, daß  hier ein besonderer Hörgenuss das Volk betören wird. Und so war es auch. Anfangs noch etwas zurückhaltend legte die in heimischen Gefilden bestens bekannte Sängerin mit zunehmender Spieldauer richtig los. Ob Ballade, Rockkracher oder bluesig, Susanne überzeugte mit ihrer facettenreichen und inbrünstigen Performance und ließ dabei noch locker ihre Vocals über mehrer Oktaven erstrahlen. Kongenial unterstützt wurde sie  von ihren Mitstreitern Georg Berner am Bass, Florian Tuchacek am Schlagwerkzeug und Tom Bayer an der Gitarre, der, ohne die Künste der Rhythemkollegen schmälern zu wollen, ein ganz dickes Lob für seine tolle Gitarrenarbeit  verdient. Ganz großes Kino. Es hat riesigen Spass gemacht, diese Band live zu erleben. Nicht umsonst wurde Susanne im Zuge der Veröffentlichung ihres ersten Silberlings “Brand New Recipe” im Jahre 2010 im Concerto Poll als beste Bluessängerin gekürt.
Um 22.20Uhr läuteten dann The Bottles den Schlussakkord dieser Bluesnacht ein. Nicht still oder schüchtern, sondern laut und druckvoll. Mehr Rock statt Blues, aber voll den Nerv der Anwesenden treffend, haben die Grooves und der treibende Rhythmus das Volk zur Bühne getrieben wo spätestens zu Key to the Highway das Tanzbein und die ein odere andere Hüfte geschwungen wurde. Große Klassiker, druckvoll und mit viel Spielfreude dargeboten ließen die Bottles bis Mitternacht die Sau raus. Toll.

29.06. Tag 2 des Wienergassenbluesfestivals startete um 15.00Uhr mit einem Harley & Biker Treffen nebst Sternfahrt rund um Bruck und Umgebung. Wieder ist alles perfekt organisiert. Strahlender Sonnenschein, keine rote Ampeln oder sonstige verkehrsbehindernde Schilder begrenzten das Fahrvergnügen der 122 Biker, welche dann auch zahlreich  gegen 18.30Uhr die zur Festivalmeile umgebaute Wienergasse besuchten. Das Bruno Moebius Blues Projekt spielte zum Auftakt dieses Festivaltages  verschiedene Bluesstandards.  “Slowhand” Bruno Moebius wurde gitarrenmäßig hierbei von dem gut gelaunt aufspielenden Markus Stinauer unterstützt. Die Klassiker kamen gut rüber. Zu den Anfangsklängen von Sweet Home Chicago wurde sogar Punkt 19.00Uhr die Kirchenglocken geläutet. Aber gerade bei diesem Song konnte der junge Sänger seine Ausbildung zum Musicalsänger nicht verleugnen. Stimmlich sehr gut artikuliert passte es aber nicht so ganz zur bluesigen Rockstimmung. Aber der Junge ist auf den richtigen Weg.
Als nächstes erfreute Hank Davison das Publikum. Wie der Name schon vermuten läßt, ist Hank in der internationalen Motorradszene kein Unbekannter. Seit über 20 Jahren war die Hank Davison Band on the Road  und hat sich mit ihren erdigen Rocksound und Hanks außergewöhnlichen Rockröhre  zur Bikerband Nr. 1 entwickelt. Aktuell ist Hank jedoch auf Solopfaden zu den Wurzeln des Blues und Country/Rock/Blues zurück und überzeugt nicht nur durch sein charismatisches Auftreten das begeisterte Publikum. Akustische Gitarre, eine ausdrucksstarke Stimme und gute Songs. Was will man mehr.
In diesem Sinne ist auch der Auftritt von “Sir” Oliver Mally zu sehen. Drowning in Blues sein Motto. Das passt. Ausgestattet mit Leidenschaft, Humor, excellentem Gitarrenspiel und einer gefühlvollen, mal klagender, mal herrischer, mal liebevoller aber immer angenehmen Stimme bringt  der “Sir” anspruchvolles Liedgut unters Volk, welches nicht müde wird, diesem außergewöhnlichen Künstler zu lauschen. Sehr schön und nachhaltig berührend.
Nach einer längeren Umbauphase, die die Bluesfreunde dazu nutzten, die ersten Gewinner der Tombola, deren Erlös zu einem Drittel an  ein Sozialprojekt gehen (Respekt), zu ermitteln, wurde das 5. Brucker Bluesfestival zum Abschluss mit dem Auftritt der Meena Cryle & Chris Fillmore Band kurz vor 23.00Uhr gekrönt.
Begleitet wurde die Meena Cryle & Cris Fillmore Band diesmal von dem Keyboarder Roland Guggenbichler, der auch schon beim “Nachmittagskonzert” der Band in Wien mitaufspielte. Obwohl die Band schon einen ereignisreichen und stressvollen Tag hinter sich hatte, freuten sich alle auf diesen Auftritt. Meena lobte das Ambiente und den Wohlfühlcharakter in Brück und freute sich insbesondere darauf hier  “open air” auftreten zu können.
Es folgten 2 Stunden Hörgenuss vom Feinsten. Über die Wiener Gasse wurde ein breit gefächertes musikalisches Sprektrum gelegt. Soul, Rock, Rhythm´ Blues,  Swampmusic, Southernrock und natürlich der Blues als grundlegendes Triebwerk für Meenas ausdrucksvolle Gesangsvorstellung. Einige Songs erzählten von Leid und Schwerz, andere von Liebe, Sehnsucht, Verlust und Freude. Meena gelingt es, dank ihrer wandlungsfähigen Stimme und außergewöhnlichen Bühnenpräsenz all dies leidenschaftlich und authentisch zum Ausdruck zu bringen. Meena hat ihr Herz am rechten Fleck und gewährt uns mit Hilfe der Musik Einblicke in ihr Seelenleben. Ein mehr als liebenswerter Vertrauensbeweis. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch das geniale Spiel der Chris Fillmore Band. Gleich zu Beginn des Konzertes durfte Roland sein Können am Keyboard  zeigen. Ausgelassen und schwungvoll bearbeitete er sein Spielgerät. Klasse. Marlene Lacherstorfer am Bass nutzte ebenfalls die ihr eingeräumten Freiräume zu außergwöhnlichen Bassläufen. Sehr beeindruckend. Frank Cortez, tja, was soll ich sagen: Souverän und charmant- er hatte stets alles im Griff. Das Chris ein großartiger Gitarrist und Komponist ist, ist kein Geheimnis mehr. Manchmal wirkt er etwas zurückhaltend. Aber das täuscht. Mithilfe seiner excellenten Gitarrenarbeit webt er Soundgebilde von besonderer Art und Güte. Ob Dobro, elektrisch mit und ohne Bottleneck-einfach herausragend. Zur Zugabe gesellte sich noch Markus Stinauer auf die Bühne und brachte sich und seine Gitarre sicher und gut ins Geschehen ein. Ein tolles Konzerterlebnis.
Um ein Uhr in der Früh ging dann das 5. Brucker Bluesfestival zu Ende. Während nach dem Konzert noch ein wenig Smalltalk durch die Gasse wehte, waren viele fleißige Helfer schon damit beschäftigt, die Bühne, Theken und Sitzbänke etc. wegzuschaffen. Zum Morgengrauen musste die Wiener Gasse wieder ihrer “normalen” Bestimmung zugeführt werden.
Ein tolles Festival, welches ohne die engagierte Arbeit der Brucker Bluesfriends, des MC Mohawk, der Stadtverwaltung und Werbegemeinschaft Bruck und natürlich allen voran der Herren Wolfgang Stinauer und Thomas Bauer nicht möglich gewesen wäre. Vielen vielen Dank auch noch einmal für die außergewöhnliche Gastfreundschaft.
P.S. Revier-Mucke wird natürlich den Kontakt zu den Bluesfriends Bruck aufrecht halten und weiter intensivieren.
(Peter Altenkirch / www.revier-mucke.de)